Das Hackbrett

Saiteninstrument, das mit Klöppeln angeschlagen wird, mit meist trapezförmigem Schallkasten. Ein Ton besteht aus 3-4 Saiten. Mein Hackbrett ist dreisaitig, beginnt beim tiefen g und endet beim hohen d.

Ein Hackbrett ist sehr vielseitig. Die wenigsten wissen, dass man das Hackbrett sowohl in der Volksmusik, Folklore (irische Musik z.B.), Klassik, Jazz oder Blues einsetzen kann. Es ist also nicht nur ein Volksmusikinstrument, wie viele meinen.

Wie ein Hackbrett aussieht, kannst du an meinem Fotostreifen sehen. Das ist ein chromatisches Hackbrett.

diatonisches HackbrettUnd so sieht ein diatonisches
Hackbrett aus

Beide sind trapezförmig, drei- oder vierchörig, also pro Ton 3 oder 4 Saiten. Mein Hackbrett ist dreichörig. Die beiden Saitenstege beim chromatischen Hackbrett sind auf beiden Seiten des Brettes. Dagegen hat das diatonische Hackbrett einen Steg etwa in der Mitte. Dadurch kann man es auf beiden Seiten spielen, das chromatische wird nur in der Mitte gespielt. Das diatonische Hackbrett kann man nur in wenigen Dur-Tonarten spielen, das chromatische in allen. Auf beiden wird mit zwei Klöppeln geschlagen, die zwischen Zeige- und Mittelfinger gegriffen und mit dem Daumen gesteuert werden. Der Klang des Hackbretts ist sehr weich, klingt aber auch lange nach. Um das zu verhindern, kann man während des Spiels mit dem Finger oder der Handkante den Ton kurz abstoppen. Der Klang wird auch bestimmt durch die Anschlagetechnik, dem verwendeten Instrumentenholz und der Klöppelbeläge. Die Klöppel sind aus Holz und werden mit Leder oder Filz überzogen, man kann auch mit einem nackten Holzklöppel spielen. Das Stimmen der oft mehr als 100 Saiten kann schon mal 30 Minuten dauern. 

EineBesonderheit stellt das ungarische Cimbalom (auch Cimbal, Cymbal, Czymbal) dar, das Hackbrett der Zigeunerkapellen. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit Baßsaiten, voller Chromatik und Dämpfungspedal ausgebaut und wird zunehmend auch in der Kunstmusik und in osteuropäischen Volksmusikensembles verwendet. Das Hackbrett ist heute in Bayern sehr verbreitet als Volksmusikinstrument, aber es ist trotzdem kein urbayerisches Instrument. Es war auch früher kein ausschließliches Volksmusikinstrument. Erst in den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts tauchte es in der alpenländischen Volksmusik auf. Der Ursprung des Hackbretts liegt viel früher, nämlich in Asien. Dort gelangte es über den Balkan und den Mittelmeerraum nach Deutschland, wo es seit 1450 gespielt wurde. 

Hier die verschiedenen Namen, die zeigen, wo das Hackbrett überall beheimatet ist: In China : "Jang-tjin", in Korea "Jang-kum", In persien "Santur", in Ungarn "Cimbalom", in Rumänien "Gambal", in Griechenland "Sanduri", in Italien "Salterio", in Amerika "hammered dulcimer"

Mountain Dulcimer

Über das Mountain Dulcimer habe ich etwas für das Hackbrettportal www.hackbrett.de geschrieben, und dachte, das kann ich ja auch auf meine HP mit übernehmen. Hier also der Bericht über das Mountain Dulcimer:

Im Sommer 2002 haben mein Mann und ich eine 6-wöchige Amerikatour unternommen. Durch Zufall sind wir in Mountain View, Arkansas gelandet. Das ist ein kleines Nest, wo schon um 17Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden. Interessant aber war dort der riesige Park mit Häusern um 1900 und den lebenden Werkstätten aus dieser Zeit, Gärten mit Gewürzpflanzen etc. Die Leute dort machen das alles in ihrer Freizeit. Und dieselben, die tagsüber ihr Handwerk zeigen, treten abends auch in einer Art Scheune auf. Und dort hört man noch echte amerikanische Volksmusik. Ja, ja! Das gibt’s wirklich, wenn man nicht nur „touristisch“ unterwegs ist. Das war schon so etwas in der Art, wie bei uns ein Hoigarta mit traditioneller alter Musik – Gesang und Instrumental. Dort hab ich dann auch das erste Mal das Mountain Dulcimer gesehen und gehört. Es hat mich so fasziniert, dass ich mir am nächsten Tag eines gekauft habe. Und zwar in Branson Missouri.

 

Das bin ich, beim
Spielen des Mountain Dulcimer

Mein Mountain Dulcimer habe ich in Branson, Missouri gekauft. Der Link dazu:

www.cedarcreekdulcimers.com

 

Was ist nun ein mountaindulcimer?
Woher kommt dieser Name?

Dieses Instrument wird in Amerika in der Folksmusic verwendet. Bei uns ist es leider nur wenigen bekannt.

Ein anderer Name dafür wäre auch Bordun oder Griffbrettzither. Europäische Auswanderer haben die Griffbrettzither mit nach Amerika genommen. Meist in den bergigen Gegenden, z.B. in Kentucky oder Pennsylvanien wurde es weiter gespielt, daher kommt der Name Mountaindulcimer. Es wird auch Appalachiandulcimer genannt. Da die Auswanderer oft auch sehr traditionsbewusst waren, ist dieses Instrument nicht ganz in Vergessenheit geraten. Auch in der neueren Zeit findet dieses schöne Instrument immer noch viele Anhänger, gerade in der amerikanischen Country- oder Folksmusic.

Natürlich ist es nicht mehr die alte Griffbrettzither. Das Dulcimer hat seine Gestalt auch im Laufe der Zeit verändert, hat jetzt eher eine Geigen-, Tropfen, oder Birnenform und beschränkt sich auf 3-4 Saiten auf einem schmalen Griffbrett. Es besteht (wie auch eine Geige oder Gitarre) aus Korpus, Wirbelbrett, Stimmwirbeln, Griffbrett, Saiten, Schallloch und dem Steg.

Die Abstände der Bünde auf dem Griffbrett sind in diatonischer Reihenfolge angeordnet. Zwischen dem sechsten und dem siebten Bund (englisch: fret) wird meist ein zusätzlicher Bund - 6-1/2 fret - eingebaut. So steht ein zusätzlicher Halbtonschritt zur Verfügung. Leider gibt es meines Wissens in meiner Gegend (Bayern) nirgendwo einen Verein oder ähnliches, wo man sich Tipps zum Spielen des Instruments holen kann. Aber es ist relativ leicht zu erlernen.

Laut meinem Buch kann das Instrument verschieden gestimmt werden: Mixolyidische Skala –D-E-Fis-G-A-B-Cis-D,  Dorische Skala –D-E-F-G-A-B-C-D, Äolische Skala –D-E-F-G-G-B-C-D und die Ionische Skala –D-E-Fis-G-A-G-Cis-D.

 Ich benutze die Ionische Skala. Das ist auch die allgemein Übliche. Da das Dulcimer doch viel zur Liedbegleitung benutzt wird. Daher stimme ich es meist auf D-A-A. Die Bassseite stimme ich jetzt auf D. Die mittlere Saite wird dann 5 Töne höher gestimmt, als die Bassseite, also A. Jetzt bleibt nur noch die Melodiesaite (mein Dulcimer hat 2) übrig. Diese wird 8 Töne (eine Oktave) höher gestimmt, als die Bassseite, also A. Das ist wie gesagt, die Ionische Stimmung. Die Melodiesaite ist dann also auf denselben Ton wie die mittlere Saite gestimmt.

Das Dulcimer legt man sich zum Spielen auf den Schoß. Das Instrument hat 3 oder 4 Saiten. Die Melodiesaite (bzw. Saiten, da die meisten Dulcimer 2 Melodiesaiten haben) zeigt zu mir. Dann kommt noch die mittlere Saite und die Bassseite.

 Die traditionelle Spielweise ist relativ einfach. Mit dem Zeigefinger oder Daumen der linken Hand,  drücke ich die 2 Melodiesaiten (die eng beieinander liegen) auf das Griffbrett, Die Rechte Hand zupft oder schlägt die Saiten an. Fortgeschritten benutzen dann auch mal, Daumen; Mittel-, und Zeigefinger abwechselnd. In begrenztem Umfang ist es auch möglich, Akkorde zu spielen.

Zum Anschlagen der Saiten gibt es auch viele Varianten. Ich benutze einen Gitarrenpick, oder zupfe die Saiten. In meinem Buch steht, dass auch Federkiele benutzt werden. Ich bin mir sicher, es gibt noch mehr Varianten.

 Du musst auch nicht unbedingt Noten lesen können, um das Instrument zu spielen. Es werden Notenhefte angeboten, die nur nach Ziffern gehen. Bund 1 bis zu Bund 12. Dann kannst du dir ja auch deine eigenen Melodien ausdenken, oder auch mal ein Lied begleiten.

Eine andere Variante – ein kleines Rundholzstäbchen (noter wird das in Amerika genannt), kannst du auch anstelle der linken Hand für die Melodie benutzen. Das klingt dann fast ein bisschen wie ein Dudelsack. So was hab ich mir natürlich auch mitgenommen.

Alles in allem macht es Spaß, dieses Instrument zu spielen. Trotzdem wäre es schön, wenn ich in meiner Nähe jemanden zum Mitspielen hätte, denn so alleine ist es eben doch langweilig.

Übrigens, wenn ihr mal hören wollt, wie so ein Mountain Dulcimer klingt, geht auf diese Seite: www.dulcimersinduluth.org
Auf der linken Seite „Dulcimer samples “ anklicken. Wendy, die Besitzerin des Musikladens in Duluth spielt dort irische Weisen.

Aber eine gute Internetseite habe ich entdeckt, da wird das Mountaindulcimer sehr schön beschrieben. Da solltet Ihr unbedingt mal vorbeischauen.

Hier der Link dazu:

www.dulcimerseite.de

 

Von einem aufmerksamen Leser wurde ich auf folgenes aufmerksam gemacht: Die einheimische Variante des Dulcimer ist die"Friesische Hummel". Auf der Seite von Wilfried Ulrich, der die Hummel auch baut, wird dieses Instrument vorgestellt und sehr schön beschrieben.

Hier der Link dazu:

www.ulrich-instrumente.de

zurück